In der Weihnachtsbäckerei …

Veröffentlicht von Mimi am 28. November 2011

In der Weihnachtszeit werden in vielen Familien fleißig Plätzchen gebacken. Und die Kinder haben am meisten Spaß daran. Damit sie auch selbst aktiv werden können, sollten die gewählten Plätzchenrezepte einfach sein und aus wenigen Zutaten bestehen. Dann können größere Kinder schon fast allein ihren Teig einrühren. Hier gibt es einige, wenige kindgerechte Rezeptbücher, beispielsweise von Haba.

Vorschulkinder können leider noch nicht lesen. Damit sie trotzdem selbstständig Weihnachtsplätzchen backen können, brauchen sie eine entsprechende Rezeptform, die sie auch ohne Lesekompetenz verstehen. Hierfür kann jeder einzelne Schritt des Prozesses bildlich dargestellt werden, indem Sie ihn fotografieren.

Das Rezept für Mandelspekulatius besteht zum Beispiel aus 26 einzelnen Schritten.

Zur Vorbereitung: Schürze anziehen und die Hände waschen.

Das 3. Foto zeigt die benötigten Hilfsmittel, damit die Kinder sie zusammensuchen können, zum Beispiel, die Schüssel, den Mixer, das Rollholz etc.

Viertens werden alle Zutaten abgebildet, damit auch diese bereitgestellt werden.

Nun geht es los.

In einer Rührschüssel 110 g Zucker abmessen, 1 Päckchen Bourbon Vanille Zucker und 1 Prise Salz hinzufügen. Dann die Zutaten verrühren. 1 Ei aufschlagen, 100 g weiche Butter hinzufügen und alles verrühren.

Schritt 9: 1 Ei aufschlagen
Schritt 9: 1 Ei aufschlagen, © by j.

250 g Mehl abmessen, mit 1 Teelöffel Backpulver verrühren und 50 g gemahlene Mandeln hinzufügen. Alle Zutaten mit Knethaken vermixen und mit etwas Mehl zu einem glatten Teig verarbeiten. Bei Bedarf kühl stellen.

Etwas Milch in ein Schüsselchen geben und 50 g gehobelte Mandeln in einen Teller geben. Backbleche mit Backpapier belegen. Den Backofen auf 180 ° C (Ober-/ Unterhitze) vorheizen. Den Teig mit dem Rollholz portionsweise ausrollen und Plätzchen ausstechen.

Schritt 21: Plätzchen ausstechen
Schritt 21: Plätzchen ausstechen, © by j.

Die Unterseite mit Milch bepinseln und in die gehobelten Mandeln drücken. Die fertigen Plätzchen auf das Backblech legen und auch die Oberseite mit etwas Milch bepinseln. Das Blech auf mittlerer Einschubleiste in den Backofen schieben. Etwa 12 Minuten backen. Spekulatius mit dem Backpapier vom Backblech ziehen und auf einem Kuchenrost erkalten lassen.

Schritt 26: Spekulatius auf einem Kuchenrost erkalten lassen
Schritt 26: Spekulatius auf einem Kuchenrost erkalten lassen, © by j.

Nachdem die Kinder sich mit der Arbeitsweise nach ihrem eigenen Rezept vertraut gemacht haben, brauchen sie nur noch wenig Unterstützung. Sicher ist die Rezeptgestaltung etwas aufwendig, aber die stolzen Kindergesichter sind die Mühe wert.

Wie fördere ich das Selbstbewusstsein meines Kindes? (Teil 2)

Veröffentlicht von Mimi am 12. Oktober 2011

Wie in Teil 1 bereits beschrieben, soll am Selbstkonzept angesetzt werden, um dem Kind mehr Ich-Stärke oder auch Selbstbewusstsein zu ermöglichen. Vier verschiedene Quellen liefern dem Selbstkonzept neue Informationen und erweitern so das Bild des Kindes von sich selbst. Erstens geben Sinneserfahrungen die Möglichkeit, neue Informationen über sich und das Umfeld zu erwerben. Zweitens bestätigt ein Gefühl der Selbstwirksamkeit dem Kind, dass es durch sein Handeln Einfluss auf die Umwelt nehmen kann. Die Quellen drei und vier werden nun in diesem zweiten Teil näher erläutert.

3. Sich-Vergleichen mit anderen

Über das Vergleichen der eigenen Fähigkeiten mit denen anderer und das Sich-Messen gewinnt das Kind neue Informationen über seine Fähigkeiten. Dies findet meist in direktem Vergleich mit den anderen Kindern statt (interindividuell). Bspw. „Max kann höher klettern als ich.“ Wichtig ist es, das Kind auf die eigenen Fortschritte hinzuweisen. Dann findet der Vergleich mit der eigenen Leistung zu verschiedenen Zeitpunkten statt (intraindividuell). Bspw. „Heute habe ich es höher geschafft als beim letzten Mal.“ Der Vergleich orientiert sich damit an einer individuellen Bezugsnorm und bezieht sich auf die eigenen Entwicklungsfortschritte sowie Fähigkeiten.

Kräfte messen
Kräfte messen, © by Franz Mairinger/ PIXELIO

4. Zuordnung von Eigenschaften durch andere

Dem Kind soll Rückmeldung über seine Stärken und Fähigkeiten gegeben werden, sodass es Vertrauen in sich selbst gewinnt. Pauschales Lob ist wenig sinnvoll („Du bist super.“), sondern individuelles Lob in der jeweiligen Situation („Toll, wie hoch du gerade geklettert bist, Moritz!“) weist auf die wirklichen Fähigkeiten des Kindes hin.

Eine sichere Bindung als Grundlage

Die Vorläufer des Selbstwertgefühls bilden sich bereits früh in der Eltern-Kind-Beziehung. Deshalb noch kurz ein paar Tipps:

  • klare Regeln und Grenzen aufstellen, dies gibt Sicherheit
  • konstante Reaktionen der Eltern auf das kindliche Verhalten (d. h. unter gleichen Umständen auch gleiche Reaktion), z. B. Lob, Kritik aber auch Aufmerksamkeit, dies schafft Verlässlichkeit
  • vorschnelle Hilfeleistung vermeiden, damit das Kind die Möglichkeit bekommt, eine Situation selbstständig zu bewältigen (sollte es tatsächlich Hilfe benötigen, können die Eltern immer noch eingreifen)
  • eine Atmosphäre der Anerkennung und Wertschätzung, Sicherheit und Akzeptanz aufbauen, dies ermutigt dabei, neue Erfahrungen zu machen
    Kinder werden schließlich nicht aufgrund ihrer Leistung von den Eltern geliebt!

All diese Aspekte können dem Kind helfen, ein positives Selbstkonzept aufzubauen und damit verbunden, den Alltag mit mehr Selbstbewusstsein zu meistern.

Wie fördere ich das Selbstbewusstsein meines Kindes? (Teil 1)

Veröffentlicht von Mimi am 5. Oktober 2011

Als Antwort auf diese Frage lassen sich vermutlich ganze Romane schreiben. Aufgrund dessen existiert darüber bereits sehr viel Literatur. Um dem Kind mehr Ich-Stärke oder auch Selbstbewusstsein zu ermöglichen, kann unter anderem am Selbstkonzept angesetzt werden.
Der Begriff ‚Selbstkonzept‘ beschreibt alle Einstellungen und Überzeugungen bezüglich der eigenen Person, die das Kind im Laufe der Entwicklung erwirbt. Vereinfacht könnte man sagen, das Selbstkonzept beschreibt das Bild des Kindes von sich selbst. Das Bild, das ein Kind von sich selbst hat, ist ganz entscheidend, denn es beeinflusst das gesamte Verhalten. So wie Kinder sich wahrnehmen, einschätzen und bewerten, so handeln und reagieren sie, bspw. in neuen oder unbekannten Situationen. Mit einem positiven Selbstkonzept lassen sich Herausforderungen selbstbewusster bewältigen.

Vier verschiedene Quellen liefern dem Selbstkonzept neue Informationen und erweitern so das Bild des Kindes von sich selbst.

1. Informationen über die Sinnessysteme

Raum-Lage-Wahrnehmung beim Schaukeln

Raum-Lage-Wahrnehmung beim Schaukeln, © Simone Hainz/ PIXELIO

Über die Sinne kommt das Kind in Kontakt mit der Umwelt und macht neue Erfahrungen über sich selbst, indem es sich mit der materiellen und sozialen Umwelt auseinandersetzt. Hier brauchen manche Kinder Unterstützung, um auf ihre Umgebung aufmerksam zu werden. Dazu können Fragen gestellt, aber auch einfach viele Dinge ausprobiert werden. Als Beispiel: Wie fühlt sich etwas Bestimmtes an? Wie schmeckt es? Wonach riecht es hier? Wo verstecken sich beispielsweise Zahlen beim Einkaufen? Ich-sehe-was-was du-nicht-siehst-Spiele und vieles mehr. Eigentlich geht es einfach darum, ihre Neugier für ihre Umgebung zu wecken.

2. Selbstwirksamkeit
Das Kind erfährt sich als Urheber von Handlungen und erlebt, dass es etwas bewirken kann. Dies erzeugt ein Gefühl der Selbstwirksamkeit. Selbstwirksamkeit kann als die Überzeugung eines Menschen beschrieben werden, sich in Lebenssituationen kompetent zu fühlen und diese kontrollieren zu können. Das Kind soll subjektiv davon überzeugt sein, selbst etwas verändern und bewirken zu können, indem es Einfluss auf die Umwelt nimmt. Einige Beispiele:

  • Wege selbstständig zurücklegen lassen (das Tragen so weit wie möglich vermeiden – dadurch verbleiben Kinder in der Babyrolle)
  • allgemein auf Selbstständigkeit achten, auch wenn es dann sehr viel länger dauert, das kindliche Tempo in den alltäglichen Ablauf einplanen
  • sie auch in diese Handlungen einbeziehen, wie beispielsweise in das Backen von Muffins, das Schneiden von Obst oder Gemüse oder was sonst so an einfachen Tätigkeiten anfällt
  • das Kind einfach selbst aktiv werden lassen und sie aus ihrer passiven Beobachtungsrolle herausreißen

Kinder brauchen nicht immer etwas ‚Vorgekautes‘ von Erwachsenen, sondern sie müssen selbst denken sowie handeln lernen. Dazu ist es hilfreich, wenn sie Hilfestellung erhalten, um kleine Probleme selbst zu lösen und neue Ideen zu entwickeln.
Wichtig ist außerdem ein altersentsprechender Handlungsspielraum innerhalb sinnvoller Grenzen. Das Kind soll sich selbstbestimmt erleben können, anstatt immer nur fremdbe-stimmt zu werden. Als Beispiel darf es zwischen zwei von den Eltern vorgegebenen Möglichkeiten wählen. Mal ganz banal: entweder eine CD vor dem Einschlafen hören oder vorgelesen bekommen, draußen auf dem Spielplatz spielen oder Roller fahren usw.


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