Waldkindergarten im Trend

(CC BY-SA 2.0) by tillwe via flickr.com

Die Frage, was soll mein Kind den ganzen Vormittag im Waldkindergarten machen, stellen sich Eltern aus ihrem traditionellen Bewusstsein heraus, die Natur biete weniger Lern- und Spielmöglichkeiten, als die geschlossenen Räume des Kindergartens. Tatsächlich ist es für unsere heutige hochzivilisierte Lebensweise nicht immer leicht vorstellbar, was für einen dauerhaften Aufenthalt im Wald sprechen sollte.
Die Natur erleben bei jedem Wetter, die Besonderheiten des Waldes mit der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt zu erkunden, sind Anreize, die die Kinder oft begeistern. Dieses spielerisch erworbene Wissen prägt nachhaltig den weiteren Lebensweg. Die Kinder sind umgeben von einem natürlichen Umfeld. Regnerische oder kalte Wintertage sind dabei kein Problem. Im Gegenteil die natürlichen Klimaschwankungen können schon 3-jährige Kinder gut verkraften, sie kränkeln weniger und haben ein gut funktionierendes Immunsystem. Das Toben auf dem unebenen, durchwurzelten Waldboden fördert kindliche koordinierte Bewegungsabläufe.

 

Die seelische Gesundheit tut dazu ihr Übriges. Die Kinder finden innere Ruhe und Zufriedenheit, durch längere ausgiebige Bewegung unter freiem Himmel. Kinder, die nur begrenzt an vorgefertigtes Spielzeug kommen, kommunizieren stärker miteinander und sind kreativer, wenn es darum geht, Spiele zu erfinden. So auf sich zurück geworfen, werden Eigeninitiative und Selbstbewusstsein gestärkt.
Natürlich stehen Erzieher und Pädagogen den Kindern zu kniffligen Problemlösungen bei. Es werden häufig Thementage verabredet an dem das Kind aufgefordert wird, Dinge von Zuhause mit zubringen. Dies können Bücher- oder Werkzeugtage sein, aber auch das gemeinsame Musizieren mit den unterschiedlichsten Musikinstrumenten. Längere Ausflüge und Besichtigungen ergänzen die Aktivitäten. Wer nun denkt, ein Waldkindergarten findet ausschließlich draußen statt, irrt. Bei Minustemperaturen, verregneten Vormittagen oder wenn die Kinder essen, steht stets bei Bedarf ein beheizter Bauwagen zur Verfügung. Dort können sich die Kinder auch mit Malen oder Basteln beschäftigen.
Der alternative Kindergarten ist ein durchdachtes System; Eventualitäten werden bedacht, dass die Kinder „verwildern“ und sich später in einen reglementierenden Schulalttag nicht mehr einfinden können, hat sich nicht bestätigt. Eine große Herausforderung ist es, die richtige Kleidung für die Kinder zu finden. Je länger sich Eltern mit diesem Problem beschäftigen und mit Erziehern beraten, umso selbstverständlicher werden nicht zu warme, regendichte Bekleidung oder das richtige Schuhwerk morgens ausgewählt.

 

Das Angebot der Kindergärten eine Waldkindergruppe zu konzipieren, liegt seit 3 Jahrzehnten im wachsenden Trend. Immer mehr Gemeinden bieten diese Alternative zum Herkömmlichen an. Dennoch sollte die Meinung des Kindes darüber nie unberücksichtigt bleiben.

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