Wie in Teil 1 bereits beschrieben, soll am Selbstkonzept angesetzt werden, um dem Kind mehr Ich-Stärke oder auch Selbstbewusstsein zu ermöglichen. Vier verschiedene Quellen liefern dem Selbstkonzept neue Informationen und erweitern so das Bild des Kindes von sich selbst. Erstens geben Sinneserfahrungen die Möglichkeit, neue Informationen über sich und das Umfeld zu erwerben. Zweitens bestätigt ein Gefühl der Selbstwirksamkeit dem Kind, dass es durch sein Handeln Einfluss auf die Umwelt nehmen kann. Die Quellen drei und vier werden nun in diesem zweiten Teil näher erläutert.

3. Sich-Vergleichen mit anderen

Über das Vergleichen der eigenen Fähigkeiten mit denen anderer und das Sich-Messen gewinnt das Kind neue Informationen über seine Fähigkeiten. Dies findet meist in direktem Vergleich mit den anderen Kindern statt (interindividuell). Bspw. „Max kann höher klettern als ich.“ Wichtig ist es, das Kind auf die eigenen Fortschritte hinzuweisen. Dann findet der Vergleich mit der eigenen Leistung zu verschiedenen Zeitpunkten statt (intraindividuell). Bspw. „Heute habe ich es höher geschafft als beim letzten Mal.“ Der Vergleich orientiert sich damit an einer individuellen Bezugsnorm und bezieht sich auf die eigenen Entwicklungsfortschritte sowie Fähigkeiten.

Kräfte messen
Kräfte messen, © by Franz Mairinger/ PIXELIO

4. Zuordnung von Eigenschaften durch andere

Dem Kind soll Rückmeldung über seine Stärken und Fähigkeiten gegeben werden, sodass es Vertrauen in sich selbst gewinnt. Pauschales Lob ist wenig sinnvoll („Du bist super.“), sondern individuelles Lob in der jeweiligen Situation („Toll, wie hoch du gerade geklettert bist, Moritz!“) weist auf die wirklichen Fähigkeiten des Kindes hin.

Eine sichere Bindung als Grundlage

Die Vorläufer des Selbstwertgefühls bilden sich bereits früh in der Eltern-Kind-Beziehung. Deshalb noch kurz ein paar Tipps:

  • klare Regeln und Grenzen aufstellen, dies gibt Sicherheit
  • konstante Reaktionen der Eltern auf das kindliche Verhalten (d. h. unter gleichen Umständen auch gleiche Reaktion), z. B. Lob, Kritik aber auch Aufmerksamkeit, dies schafft Verlässlichkeit
  • vorschnelle Hilfeleistung vermeiden, damit das Kind die Möglichkeit bekommt, eine Situation selbstständig zu bewältigen (sollte es tatsächlich Hilfe benötigen, können die Eltern immer noch eingreifen)
  • eine Atmosphäre der Anerkennung und Wertschätzung, Sicherheit und Akzeptanz aufbauen, dies ermutigt dabei, neue Erfahrungen zu machen
    Kinder werden schließlich nicht aufgrund ihrer Leistung von den Eltern geliebt!

All diese Aspekte können dem Kind helfen, ein positives Selbstkonzept aufzubauen und damit verbunden, den Alltag mit mehr Selbstbewusstsein zu meistern.

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