Als Antwort auf diese Frage lassen sich vermutlich ganze Romane schreiben. Aufgrund dessen existiert darüber bereits sehr viel Literatur. Um dem Kind mehr Ich-Stärke oder auch Selbstbewusstsein zu ermöglichen, kann unter anderem am Selbstkonzept angesetzt werden.
Der Begriff ‚Selbstkonzept‘ beschreibt alle Einstellungen und Überzeugungen bezüglich der eigenen Person, die das Kind im Laufe der Entwicklung erwirbt. Vereinfacht könnte man sagen, das Selbstkonzept beschreibt das Bild des Kindes von sich selbst. Das Bild, das ein Kind von sich selbst hat, ist ganz entscheidend, denn es beeinflusst das gesamte Verhalten. So wie Kinder sich wahrnehmen, einschätzen und bewerten, so handeln und reagieren sie, bspw. in neuen oder unbekannten Situationen. Mit einem positiven Selbstkonzept lassen sich Herausforderungen selbstbewusster bewältigen.

Vier verschiedene Quellen liefern dem Selbstkonzept neue Informationen und erweitern so das Bild des Kindes von sich selbst.

1. Informationen über die Sinnessysteme

Raum-Lage-Wahrnehmung beim Schaukeln

Raum-Lage-Wahrnehmung beim Schaukeln, © Simone Hainz/ PIXELIO

Über die Sinne kommt das Kind in Kontakt mit der Umwelt und macht neue Erfahrungen über sich selbst, indem es sich mit der materiellen und sozialen Umwelt auseinandersetzt. Hier brauchen manche Kinder Unterstützung, um auf ihre Umgebung aufmerksam zu werden. Dazu können Fragen gestellt, aber auch einfach viele Dinge ausprobiert werden. Als Beispiel: Wie fühlt sich etwas Bestimmtes an? Wie schmeckt es? Wonach riecht es hier? Wo verstecken sich beispielsweise Zahlen beim Einkaufen? Ich-sehe-was-was du-nicht-siehst-Spiele und vieles mehr. Eigentlich geht es einfach darum, ihre Neugier für ihre Umgebung zu wecken.

2. Selbstwirksamkeit
Das Kind erfährt sich als Urheber von Handlungen und erlebt, dass es etwas bewirken kann. Dies erzeugt ein Gefühl der Selbstwirksamkeit. Selbstwirksamkeit kann als die Überzeugung eines Menschen beschrieben werden, sich in Lebenssituationen kompetent zu fühlen und diese kontrollieren zu können. Das Kind soll subjektiv davon überzeugt sein, selbst etwas verändern und bewirken zu können, indem es Einfluss auf die Umwelt nimmt. Einige Beispiele:

  • Wege selbstständig zurücklegen lassen (das Tragen so weit wie möglich vermeiden – dadurch verbleiben Kinder in der Babyrolle)
  • allgemein auf Selbstständigkeit achten, auch wenn es dann sehr viel länger dauert, das kindliche Tempo in den alltäglichen Ablauf einplanen
  • sie auch in diese Handlungen einbeziehen, wie beispielsweise in das Backen von Muffins, das Schneiden von Obst oder Gemüse oder was sonst so an einfachen Tätigkeiten anfällt
  • das Kind einfach selbst aktiv werden lassen und sie aus ihrer passiven Beobachtungsrolle herausreißen

Kinder brauchen nicht immer etwas ‚Vorgekautes‘ von Erwachsenen, sondern sie müssen selbst denken sowie handeln lernen. Dazu ist es hilfreich, wenn sie Hilfestellung erhalten, um kleine Probleme selbst zu lösen und neue Ideen zu entwickeln.
Wichtig ist außerdem ein altersentsprechender Handlungsspielraum innerhalb sinnvoller Grenzen. Das Kind soll sich selbstbestimmt erleben können, anstatt immer nur fremdbe-stimmt zu werden. Als Beispiel darf es zwischen zwei von den Eltern vorgegebenen Möglichkeiten wählen. Mal ganz banal: entweder eine CD vor dem Einschlafen hören oder vorgelesen bekommen, draußen auf dem Spielplatz spielen oder Roller fahren usw.

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