Räume haben eine Wirkung auf Menschen, also ebenso auf Kinder. Wenn ein Kinderzimmer neu gestaltet wird, sollte unbedingt auch die Wirkung des Raumes auf den kleinen Bewohner oder die kleine Bewohnerin beachtet werden. Welcher Eindruck entsteht beim Betreten des Kinderzimmers? Herrscht ein Chaos oder Enge, wirkt der Raum streng, erzeugt Beklommenheit oder sogar Angst? Oder spürt man vielleicht eher Weite, Überschaubarkeit, Offenheit, Freiheit und damit verbunden auch Geborgenheit? Welche spontane Wirkung hat der Raum auf den erwachsenen Betrachter? Und nehmen Kinder Dinge auf die gleiche Art und Weise wahr wie Erwachsene?

Erwachsenenperspektive

Erwachsenenperspektive © Rainer Sturm/ PIXELIO

Es stellt sich die Frage: Was brauchen Kinder? Was macht Kinderräume aus?

Ein interessantes Experiment kann die Sichtweise von Kindern verdeutlichen: einmal in die Hocke oder in die Knie gehen, etwa auf Augenhöhe eines Kindes, und in dieser Haltung durch das Kinderzimmer laufen. So kann der Raum eher aus Kinderaugen betrachtet werden und es entsteht vielleicht eine ganz andere Raumwirkung. Bilder an den Wänden oder Gegenstände können gar nicht mehr wahrgenommen werden, weil sie zu hoch hängen oder stehen und vieles mehr. ‚Je bunter desto besser‘ trifft auch nicht auf das Kinderzimmer zu. Eine harmonische Farbauswahl ist in jedem Raum wichtig.

Kinder haben ein Bedürfnis nach Bewegung und Ruhe, in ausgeglichenem Verhältnis, Selbstständigkeit sowie Struktur, um sich orientieren zu können. In einem Raum mit Platz zum Experimentieren, Verändern, Gestalten und kreativ sein, können sie sich entfalten.

Kinder brauchen keine Ausstellungs- oder Schauräume, in denen sich nur das Spielzeug und die Dekoration häufen. Sondern Spielräume, die sie frei gestalten können. Räume sollen zum Handeln und Experimentieren einladen. Die kindliche Entwicklung ist ein Prozess, so sollte die Raumausstattung ebenfalls veränderbar und dynamisch sein, da sie das Leben des Kindes begleitet. Darüber hinaus muss auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Anregungsreichtum und Reizüberflutung geachtet werden.

Insbesondere sollte sich jedes Kind in dem eigenen Kinderzimmer wohlfühlen. Wenn Kinder die Gestaltung ihres Raumes altersentsprechend und gemäß ihrer Vorlieben mit beeinflussen dürfen, fällt ihnen das Wohlfühlen sicher leichter. Kinderräume dürfen auch mit Kinderaugen eingerichtet werden.

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